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Debütpreiscountdown 4: „Adas Raum“ von Sharon Dodua Otoo

Der nächste Debütroman, den ich euch im Rahmen des Bloggerpreises „Das Debüt 2021“ vorstellen möchte, heißt „Adas Raum“ von Sharon Dodua Otoo.

Ein Armband mit goldenen Perlen verbindet die verschiedenen Zeitebenen des Romans.

Der Plot:

„Jedes Mal, wenn Ada ihren Körper von ihrem Selbst trennte, war es desaströs. […] Und jedes Mal, nachdem es vorbei war, wurde es noch ein Stück schwerer, ihre abgesplitterten Teile wieder zusammenzusuchen. Jedes Mal klebten sie etwas schwächer aneinander.“

„Adas Raum“ von Sharon Dodua Otto, S. 262

Ada lebt im 15. Jh. in Ghana, wo Frauen mit einer extrem hohen Kindersterblichkeit zu kämpfen haben. Auch Adas Kind stirbt kurz nach der Geburt. Als Ada ihrem Kind ihr goldenes Armband mit auf die Reise ins Jenseits geben will, wird sie mit einem Reisigbesen verprügelt. Ada lebt aber auch im England des 19. Jhs. und kämpft als Frau um Anerkennung. In einem weiteren Leben ist Ada im 20. Jh. in Deutschland und wird in einem Konzentrationslager zur Zwangsprostitution gezwungen. Durch die verschiedenen Leben hinweg begleitet die Frauen ein goldenes Armband, das jeder Ada in irgendeiner Weise begegnet. Der Ada der Gegenwart schließlich gelingt es, den Weg des Armbandes über die Jahrhunderte nachzuverfolgen und somit den Kreis zu schließen.

Meine Bewertung:

Das besondere Merkmal dieses Romans ist eindeutig seine zeitliche Struktur. Während zu Beginn die einzelnen Etappen der unterschiedlichen Adas noch klar voneinander zu trennen sind, verwischt diese Grenze im Laufe des Romans immer weiter, bis die zeitlichen Ebenen und auch die unterschiedlichen Adas miteinander verfließen. Alles ist miteinander verbunden und bedingt sich. Zusätzlich hat mich auch die besondere Erzählperspektive im Roman fasziniert, denn der Roman wird aus der Perspektive von verschiedenen Gegenständen, wie etwa einem Türklopfer oder einem Besen erzählt, die in den verschiedenen Leben von Ada jeweils eine besondere Bedeutung spielen. Einmal sogar aus der Perspektive eines Raums in einem KZ, den alle „Adas Raum“ nannten – siehe Titel des Romans -, weil Ada hier zur Prostitution gezwungen wurde). All diesen Gegenständen wohnt ein gemeinsames göttliches Wesen inne, das im Laufe der Erzählung konkretisiert wird.

„März 1945 habe ich als KZ-Zimmer nichts verhindern können, aber ich habe alles gesehen. Adas Wahrheit war in meinen Wänden eingebrannt. Und alle anderen, die anwesend waren, hatten es auch gesehen.“

„Adas Raum“ von Sharon Dodua Otto, S. 279

Alles in allem:

  • Interessant vernetzte Zeitstruktur
  • Ungewöhnliche Blickwinkel
  • Schön und spannend geschrieben
  • Meiner Meinung nach absolut lesenswert!

Lust auf eine Leseprobe zum Roman? Hier könnt ihr in die ersten Seiten reinschnuppern.

Mehr Rezensionen von mir zum Debütpreis? Hier findet ihr alle vergangenen Beiträge zum Preis auf meinem Blog: #debütpreisbloggen

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