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Debütpreiscountdown 5: „Mama“ von Jessica Lind

Die letzten zwei Monate war ich für den Bloggerpreis „Das Debüt“ aktiv und habe als Jurymitglied die fünf Finalbücher des Preisausschreibens gelesen. Der Preis prämiert das beste Romandebüt des Jahres 2021. Das Gewinnerbuch wird bereits in fünf Tagen verkündet, weshalb heute mein persönlicher Debütpreiscountdown startet, indem ich ab heute jeden Tag eins der fünf Finalbücher vorstelle und rezensiere. Welcher Roman wie viele Punkte von mir bekommen hat und welcher mein persönlicher Favorit war erfahrt ihr aber erst bei der Verkündung des Gewinners am 01. Februar um 18:30 Uhr live auf der Instagramseite von @dasdebuet und dann natürlich auch auf meinem Blog. Los geht es heute mit dem ersten der fünf Debütromane:

„Mama“ von Jessica Lind

Der Plot:

Amira wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Josef ist da noch nicht ganz überzeugt. Zusammen fahren sie zurück zu dem Ort, an dem Josef einen Großteil seiner Kindheit verbracht hat. Hier passieren Dinge, die die Grenze zwischen Einbildung und Wirklichkeit immer unklarer werden lassen…

„Es waren einmal eine Mutter und ihr Kind, sie lebten in einer Hütte im Wald, nicht leicht zu finden. Der Wald war ein besonderer Ort, er war verzaubert.“

„Mama“ von Jessica Lind, S. 145

Um dieses Märchen rankt sich die Story des Romans zum Großteil. Immer wieder tauchen Teile des Märchenbuchs auf und weisen merkwürdige Verbindungen zum Leben der Hauptfiguren im Roman auf:

Ein dichter Wald, der nicht enden will, eine abgelegene Hütte, die nur schwer zu finden ist und eine geheimnisvolle Lichtung, die eine entscheidende Wendung bringt. Nach vielen erfolglosen Versuchen ist diese Lichtung gerade der Ort, an dem Amira schwanger wird und ihr erstes Kind empfängt. Wie in dem Märchenbuch, das Amira in der Waldhütte findet und das Josefs Vater seinerzeit für seine Frau geschrieben hatte, war es der Wald, der der Mutter ihr Kind schenkt:

„Doch mit dem Geschenk ging eine Bedingung einher. Sie konnten den Wald nicht verlassen.“

„Mama“ von Jessica Lind, S. 145

Und so ergeht es Amira und ihrer Tochter genau wie es im Märchen geschrieben steht. Egal, wie weit sie laufen, der Wald führt sie immer wieder zur Hütte zurück. Nur Josef findet heraus. Allerdings nicht wieder hinein…

Meine Bewertung:

Ich muss sagen, rein vom Lesefluss war das Buch sehr angenehm und flüssig zu lesen. Von der Story hatte ich mir dann aber doch mehr erwartet. Die „unheimlichen“ Momente, wie plötzliche Zeitverschiebungen oder Verzerrungen der Realität wirkten auf mehr mehr gewollt wie gekonnt und haben mich eher kalt gelassen. Dabei bin ich eigentlich eine sehr schreckhafte Person und schaue Horrorfilme – wenn überhaupt – maximal tagsüber bei minimaler Lautstärke und mit Kissen als Sichtschutz. Trotzdem war ich echt gespannt auf den Roman und die Horrorelemente. Märchen und Horror sind ja bekanntlich und spätestens seit den Märchen der Gebrüder Grimm eine gute Mischung – man denke nur an Hexen, die Kinder in Käfigen mästen, Adoptivmütter, die junge Frauen in Türme sperren und ihnen jeglichen Sozialkontakt verbieten oder (wer kennt ihn noch?) den guten alten Edelmann Blaubart, der seine zahlreichen verflossenen Frauen als Jagdtrophäen in seinem Schloss ausgestellt hat… So war meiner Meinung nach viel Potenzial im Konzept dieses Romans vorhanden, was dann aber irgendwie unterwegs verloren gegangen ist.

Anderen mag es anders gehen, mich konnte der Roman einfach nicht packen.

Alles in allem:

  • Interessantes Konzept als Mischung aus Märchen und Horror
  • Guter Lesefluss
  • Trotzdem bleibt der Roman an der Oberfläche und konnte mich nicht wirklich abholen

Ihr wollt mal in den Roman reinschnuppern? Hier gehts zur Leseprobe des Romans.

Mehr Rezensionen von mir zum Debütpreis? Hier findet ihr alle vergangenen Beiträge zum Preis auf meinem Blog:

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