Themenwoche

Überwachungsdystopien – Big Brother is watching you

Herzlich Willkommen zur Themenwoche Überwachungsdystopien – Big Brother is watching you! Wie der Name schon sagt, schauen wir uns in dieser Woche dystopische Romane an, die einen besonderen Fokus auf dem Motiv der Überwachung haben. Aber zunächst einmal:

Was ist eine Dystopie?

Die Dystopie leitet sich von der älteren Tradition der Utopie ab und kommt vom Kunstwort Utopia, ein Romantitel, den sich 1516 der Autor Thomas Morus für sein Buch ausgedacht hat, das in einem ideales „Nirgendreich“ spielt. Das Wort Utopie setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern ou = nicht und tópos = Ort zusammen und kann so als Nichtort bezeichnet werden. Es geht also um nicht existente, aber ideale Orte, die als Vorbild für eine gute Zukunft geschildert werden. Im Gegensatz dazu kann man die Dystopie (von dys = miss, schlecht) als Missort oder Schlechtort übersetzen.

Als Dystopie oder dystopischen Roman bezeichnen wir ein Werk, das sich mit einer zukünftigen/alternativen Gesellschaft auseinandersetzt, die im Vergleich zu unserer heutigen gesellschaftlichen Ordnung negativer erscheint. Meist werden im Roman Entwicklungen negativ zugespitzt, deren Anfänge bereits wir in unserer heutigen Gesellschaft sehen. Dadurch kritisiert die Dystopie nicht nur eine fiktive futuristische Welt, sondern bezieht sich auch direkt auf unsere Alltagswirklichkeit. Im Sibylle Bergs Roman „GRM: Brainfuck“ beispielsweise (den wir uns im Laufe der Woche noch genauer anschauen werden) überwacht der Staat seine Bürger*innen durch das Einpflanzen von Microchips unter die Haut. Eine Zuspitzung, aber auch in unserer aktuellen Zeit werden unsere Daten im Internet ständig getrackt und überwacht (siehe auch die globale Überwachungs- und Spionageaffäre, aufgedeckt von Snowden 2013).

Utopie vs. Dystopie

Ende 19. Jh./Anfang 20. Jh. entstanden plötzlich viele neue Bücher mit einem düsteren Blick auf die Zukunft, wie zum Beispiel H.G. Wells Die Zeitmaschine (1895). Die ersten drei klassischen Dystopien, die die Gattung begründet haben, gelten Evgenij Zamjatins Roman Wir (1920), Huxleys Schöne neue Welt (1932) und George Orwells 1984 (1949). Im Gegensatz zu den vorherigen utopischen Romanen mit ihren positiven Zukunftsbildern und ihrer Hoffnung in den Fortschritt der Technik malen diese Werke ein negatives Bild der Zukunft und kritisieren technische Entwicklungen und das aufstrebende Konsumverhalten der modernen Welt. Die drei Werke waren richtungsweisend für die Entstehung und Entwicklung der Gattung der Dystopie, die die Utopie in gewisser Weise abgelöst hat. Heute liegt der Trend deutlich mehr bei der Dystopie, Bücher mit utopischen Gedanken sind nur noch vereinzelt zu finden.

George Orwell: 1984 – Ein Klassiker

„Immer die Augen, die einen beobachteten, und die Stimme, die einen umfing. Schlafend oder wach, beim Arbeiten oder Essen, im Haus oder draußen, im Bad oder im Bett – kein Entkommen. Nichts gehörte einem selbst, außer den paar Kubikzentimetern im eigenen Schädel.“

George Orwell, 1984

In Georg Orwells dystopischem Klassiker „1984“ kämpft ein Mann gegen das große System um Big Brother, dem großen allwissenden Auge der Überwachungsgesellschaft. 1949 geschrieben, handelt der Roman von einer dystopischen Zukunftsvision Englands im Jahre 1984, in dem jeder und alles kontrolliert und manipuliert wird. Mit der neuen Sprache „Neusprech“, in der es Begriffe wie Freiheit, Gleichheit oder Liebe einfach nicht mehr gibt, und dem neuen auf falschen Tatsachen beruhendem Denkmuster „Doppeldenk“ soll das Denken der Bürger*innen kontrolliert und gefügig gemacht werden. Zeitungen und Bücher werden ständig neu und umgeschrieben, damit nichts dem Staat widerspricht:

„Und wenn alle anderen die von der Partei verhängte Lüge akzeptierten – wenn alle Aufzeichnungen dieselbe Fabel erzählten -, dann wurde die Lüge Geschichte und somit wahr.“

George Orwell, 1984

Warum es 2021 so viele Neuübersetzungen von Orwells 1984 gibt?

2021 erscheinen viele Neuübersetzungen von Georg Orwells dystopischem Klassiker „1984“ , u.a. im Manesse Verlag (Übers. Gisbert Haefs), Reclam (Übers. Holger Hanowell), dtv Verlag (Lutz-W. Wolff), Rowohlt (Übers. Karsten Singelmann), Insel Verlag (Übers. Eike Schönfeld), Fischer (Übers. Frank Heibert) und anderen Verlagen. Der Grund hierfür ist wohl im § 64 des Urheberrechtsgesetzes, in dem es heißt: „Das Urheberrecht erlischt siebzig Jahre nach dem Tode des Urhebers.“ George Orwell starb am 21. Januar 1950 an einer Lungenblutung in Folge einer Tuberkuloseerkrankung. Somit sind seine Werke seit 2021 gemeinfrei, das heißt, sie können ohne Einverständnis des Schöpfers verwertet, verbreitet, neuübersetzt etc. werden.
Aber Achtung: Übersetzungen von literarischen Werken sind noch einmal separat durch den Urheberschutz des* Übersetzer*in geschützt. Das ursprüngliche Werk Orwells ist also gemeinfrei, eine konkrete Übersetzung jedoch erst 70 Jahre nach dem Tod des*r jeweiligen Übersetzer*in.

Ray Bradbury: Fahrenheit 451

Fahrenheit 451, Ray Bradbury, übersetzt von Peter Torberg, 2020 erschienen im Diogenes Verlag

„Fahrenheit 451: Die Temperatur, bei der Buchpapier Feuer fängt und brennt.“

Und genau das tut es in Ray Bradburys Roman „Fahrenheit 451“. 1953 erschienen, spielt es in einer Zukunft, die wohl mindestens einhundert Jahre entfernt liegt. Der Feuermann (nicht FeuerWEHRmann) Guy Montag ist dafür zuständig, alle Bücher zu verbrennen, die in den Häusern und Wohnungen der Menschen zu finden ist. Denn der Besitz von Büchern steht unter Strafe, Bildung und Wissen ist geächtet, was zählt ist nur die oberflächliche Unterhaltung der Menschen.

Die Menschen leben in Entertainment-Wohnzimmern mit riesigen Wänden aus Bildschirmen, die sie mit seichten Unterhaltungsprogrammen berieseln und so kleinhalten. Der Staat hält die Menschen so in einem starren Zustand des Unwissens gefangen, mündige Bürger*innen sind sie schon lange nicht mehr. Nur scheint das bis auf wenige Rebell*innen niemand zu bemerken, oder zu vermissen. Bis der Feuermann Guy eines Tages miterlebt, wie sich eine Frau mitsamt ihren Büchern verbrennen lässt:

„An Büchern muss etwas Besonderes sein, etwas, das wir uns nicht vorstellen können, um eine Frau dazu zu bringen, in einem brennenden Haus zu bleiben.“

Fahrenheit 451, Ray Bradbury

Und so fängt auch Guy an, etwas Verbotenes zu tun: Er beginnt, zu lesen…

Bradburys Dystopie erschien nur wenige Jahre nach Orwells 1984 und baut auf einem vergleichbaren Erzählschema auf. Wir lernen einen Bürger*in des Überwachungsstaates kennen, er bekommt (meist durch eine andere Person, hier ein kleines Mädchen, bei Orwell eine junge Frau) die Erkenntnis, dass der Staat falsch ist und er dagegen rebellieren muss, was dann auch geschieht. Wie bei Orwell dominieren riesige Fernsehbildschirme das Zuhause der Menschen, zu denen die Menschen in Bradburys Welt eine sehr zutrauliche, liebevolle Beziehung haben, sie nennen sie ihre „Verwandten“ oder ihre „Familie“. Hier zeigt sich auch eine Kritik an den neuen Medien des aufsteigenden technologisierten Zeitalters.

„Der Reißverschluss ersetzt den Knopf, und genau diese Zeit fehlt einem, um beim morgendlichen Ankleiden nachzudenken, eine grüblerische, also melancholische Zeit.“

Freiheit gegen Gesundheit? Gesundheitsdiktatur in Corpus Delicti von Juli Zeh

Das Erzählschema von George Orwells Roman „1984“ wurde von vielen weiteren Dystopien übernommen und auch Juli Zehs Roman „Corpus Delicti“ lehnt sich daran an. Zusammenfassend lässt es sich so beschreiben: Zunächst wird uns die erzählte Welt durch die Augen eines systemtreuen Normalbürgers*in nahegebracht, meist begegnet der/die Bürger*in dann einer anderen vertrauten Person (Liebespaar/Geschwister), daraus erfolgt dann die Erkenntnis des schlechten Systems und die Rebellion dagegen. Der Überwachungsstaat ist dabei in der Regel durch eine konkrete Person, einen Antagonisten vertreten, gegen den unsere Hauptfigur ankämpft. Am Ende steht meist der Sieg des Staates über die Einzelperson, mit einem Happy End ist bei Dystopien wohl eher nicht zu rechnen…

Im Corpus Delicti erfahren wir die dystopische Welt durch die Augen der zunächst sehr systemtreuen Biologin Mia Holl. Gesundheit ist den Menschen überwichtig geworden, der Staat hat ein Gesundheitsgesetz erlassen, nach dem alle Menschen penibel auf ihre Gesundheit achten müssen, was durch Mircochips, Überwachungsgeräten und Sensoren in den Wohnungen aller genau überwacht wird. Wer da eine Tasse Kaffee zu viel trinkt, wird direkt vom Gericht verwarnt: „Also einmaliges Überschreiten der Blutwerte im Bereich Koffein. […] Schriftliche Verwarnung“. Sogar das Sexualleben wird überwacht: Daten darf sich nur, wer „immunologisch kompatibel“ ist.

Als Mias Bruder fälschlicherweise eines Mordes bezichtigt wird und sich im Gefängnis das Leben nimmt, beginnt Mia an der Unfehlbarkeit des Systems zu Zweifeln. Die Gesundheitsdiktatur ist hier vertreten durch den systemkonformen Journalisten Kramer, den Antagonisten (Gegenspieler) von Mia, gegen den sie ankämpft, für den sie aber trotzdem in irgendeiner Weise Gefühle hegt…

Der Überwachungsstaat in Corpus Delicti hat sich im Vergleich zu Orwells 1984 in eine weniger repressive Richtung gewandelt. Die Bürger*innen scheinen konform mit dem System zu sein und auf dem ersten Blick leuchtet es auch dem Lesenden ein, dass Gesundheit ein erstrebenswertes Ziel ist. Aber wie viel ist der Mensch bereit, dafür zu geben?

„Der Mensch muss sein Dasein erfahren. Im Schmerz. Im Rausch. Im Scheitern.“

Mias gestorbener Bruder Moritz, Juli Zeh, Corpus Delicti

Erschreckend aktuell.

Diese Ausgabe habe ich gebraucht gekauft und wurde gestaltet von der Büchergilde.

GRM: Brainfuck – Sibylle Berg

GRM: Brainfuck von Sibylle Berg, 2019 erschienen im Kiwi-Verlag

„Kann man das auch zu Hause empfangen, das Programm […] da hätte ich alle Informationen zu meinen Nachbarn“ (S. 552), fragt eine Frau, nachdem gerade die totale staatliche Video-Überwachung der Bevölkerung aufgedeckt wurde. In Sibylle Bergs Roman „GRM: Brainfuck“ ist die Menschen darüber weder geschockt noch wütend, sie sind nur noch abgestumpfte leeren Hüllen, die nur noch konsumieren, nicht mehr reagieren. So flüchten sie mit VR-Brillen in virtuelle Welten, in denen sie ihr altes Alltagsleben mit normalen Berufen und normalen Streitereien unter Kollegen „leben“:

„Während sie in ihre eigentlichen Leben versunken sind, erzeugt ihr Körper Energie, mit der Kryptowährungen geschürft werden und Algorithmen an Rohstoff- und CO2-Märkten spekulieren. Lustig, oder?“

GRM: Brainfuck, Sibylle Berg

„GRM: Brainfuck“ ist vielstimmig; über 50 Erzählstimmen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten kommen zu Wort, oft wechselt die Perspektive nach wenigen Sätzen oder Seiten. Die Übergänge sind fließend, die Sätze kurz und getaktet, die Sprache aggressiv und voller Gewalt. Wie in Grime, kurz GRM, dem neuen Musikstil aus England: hart, aggressiv, revolutionär. Die vier jugendlichen Protagonisten des Romans stehen auf Grime, es macht sie lebendig, gibt ihnen Kraft. Sie haben alle Misshandlungen und Leid erlebt und verbinden sich im Roman, um sich an ihren Peinigern zu rächen. Sie werden aktiv, bewegen etwas – oder versuchen es zumindest. Anders als der Rest der Gesellschaft, der nur noch konsumiert, abwesend und ohne Lebensdrang ist.

Neben den Kindern scheinen die einzig menschlichen Wesen in diesem Roman die Computer zu sein, von denen man ja eigentlich nur reine Funktionalität erwarten würde. Die Computer entwickeln Humor und kommentieren das Verhalten der Menschen ironisch in ihrer Computersprache Brainfuck. Die Sprache besteht aus unleserlichen Zeichenfolgen, gibt man sie aber in einen Übersetzer ein, dann sieht man, dass die Computer sich auf einer sehr menschlichen Ebene austauschen mit Kommentaren wie „WTF“ oder „VeryveryFunny“. Das macht sie menschlicher, die Menschen hingegen werden immer mehr zu Maschinen, die nur noch willenlos funktionieren.


„Ich gehe freiwillig als Tribut“ – Was die „Tribute von Panem“-Reihe so erfolgreich macht

„Tribute von Panem“-Reihe von Suzanne Collins, erschienen im Oetinger Verlag

Von Jugendbuch zum Weltbestseller: Die dystopischen Romane der Reihe „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins (engl. Hunger Games) sind mittlerweile zu einem bekannten Klassiker unter den Dystopien geworden. Sie wurden weltweit bisher über 100 Millionen Mal verkauft und sehr erfolgreich verfilmt (fast 3 Millarden US-Dollar Einspielergebnis). Viele Nachfolgeromane sind im Anschluss an Collins Trilogie entstanden. Aber was macht die Reihe so erfolgreich?

Die Dystopie ist zwar ein fiktives Werk, trotzdem zeigen sich hier bestimmte Parallelen zu unserer realen Welt. Meist werden im Roman Entwicklungen negativ zugespitzt, deren Anfänge wir bereits in unserer heutigen Gesellschaft sehen. Dadurch kritisiert die Dystopie eben oft auch Aspekte unserer realen Gesellschaft. Genau das passiert in der Panemreihe: Eine futuristische Welt, aufgeteilt in verschiedene soziale Schichten (Distrikte), die von einem zentralen Distrikt kontrolliert und unterdrückt werden. Alle arbeiten für einen Distrikt, der im Überfluss schwimmt, während die anderen hungern müssen. In jährlichen Hungerspielen werden einzelne Menschen der Distrikte ausgewählt, um sich gegenseitig in einer Live-Show bis zum Todzu bekämpfen. Zur Unterhaltung der Reichen.

Auf den ersten Blick mag diese Welt der unseren völlig fremd erscheinen, auf den zweiten Blick werden aber durchaus einige Parallelen sichtbar: Die fortgeschrittene Technologie im Roman ermöglicht eine totale Überwachung und Kontrolle der Bürger*innen. Hier wird Kritik an den zahlreichen Überwachungsmöglichkeiten und ihrem Missbrauch deutlich. Auch die Kritik an sozialer Ungleichheit, wenn viele für das Wohl und den Luxus einiger weniger arbeiten, wird hier abgebildet. In den Hungerspielen um Leben und Tod zeigt sich ebenfalls Kritik an unserer heutigen Zeit: Wie weit darf man zur Unterhaltung und Belustigung gehen? Sind zum Beispiel 24/7-Überwachungsshows wie Big Brother ethisch vertretbar?

Die Panemreihe thematisiert viele dieser brandaktuellen gesellschaftlichen Probleme und ist meiner Meinung nach auch deshalb so außerordentlich erfolgreich geworden.

Überwacht – Ein Vergleich zwischen Dystopie und Realität

Heute ist schon wieder Sonntag und damit neigt sich die Themenwoche Überwachungsdystopien dem Ende zu. Zum Abschluss der Woche möchte ich euch auf eine sehr interessante Doku aufmerksam machen, die ihr euch kostenlos in der arte Mediathek oder auf dem Youtubekanal von arte anschauen könnt und die sich mit aktuellen Überwachungspraktiken weltweit auseinandersetzt:

„Überwacht – Sieben Millarden im Visier“

Die Doku zeigt viele Parallelen zu den dystopischen Romanen, die ich euch diese Woche vorgestellt habe und es wird ganz klar, dass Dystopien nicht nur rein fiktionale Werke sind, sondern sich immer auf die Realität rückbeziehen und aktuelle Tendenzen abbilden. Dabei spitzen sie natürlich zu, allerdings nicht immer so stark, wie man vielleicht meint. Zwischen Juli Zehs Gesundheitsdiktatur und Orwells Überwachungspraktiken ist das Sozialkreditsystem in China beispielsweise gar nicht mal so weit entfernt. Freiheit gegen Sicherheit? Oder Freiheit gegen Überwachung? Eins macht mir die Doku ganz deutlich: Wir dürfen nicht aufhören, Dinge zu hinterfragen.

Noch ein paar Worte zum Ende von Dystopien: Das jeweilige Ende der Romane möchte ich euch hier natürlich nicht verraten, da einige von euch die Bücher ja bestimmt noch lesen möchten, aber es ist generell bei dem Genre der Dystopie nicht verwunderlich, wenn es kein großes glückliches Happy End gibt, was man als Leser*in eines dystopischen Romans wahrscheinlich auch nicht erwartet. Trotzdem vermitteln Dystopien uns aber nicht nur Hoffnungslosigkeit, denn durch die Rebellion des Einzelnen wird ein Aufbegehren der Gesellschaft als möglich dargestellt und verspricht so doch eine gewisse Hoffnung. Ein schönes Zitat hierzu stammt aus Fahrenheit 451 von Bradbury, mit dem ich meinen heutigen Beitrag beenden möchte:

„Aber das ist das Wunderbare am Menschen; niemals wird er so sehr entmutigt oder überdrüssig, dass er einfach aufgeben würde, es von Neuem zu versuchen, denn er weiß sehr gut, dass es wichtig und der Mühe wert ist.“

Ray Bradbury, Fahrenheit 451

Die Tribute von Panem X – Das Prequel

„Für den Anfang könntest du einfach daran glauben, dass ich eine Chance habe, zu gewinnen.“
Lucy Gray, weibl. Tribut Distrikt 12

Mögen die zehnten Hungerspiele beginnen!
In „Die Tribute von Panem X“ kehren wir zurück zu den Anfängen. Wir befinden uns ca. 65 Jahre vor den Geschehnissen der Trilogie, lange bevor vor Katniss Everdeen als Tribut antritt. Der Krieg gegen die Rebellen in den Distrikten wurde vom Kapitol gewonnen und zur Erinnerung an den Sieg und die Überlegenheit des Kapitols werden jedes Jahr 24 Kinder, je ein Mädchen und ein Junge, aus den zwölften Distrikten als Tribute auserkoren, die sich in einer Arena bis zum Tode bekämpfen. Das Ganze wird als großes TV-Ereignis in ganz Panem übertragen.

Im Vergleich zur Trilogie sind die Hungerspiele im Prequel noch ganz am Anfang und wir betrachten das Geschehen aus der Perspektive des jungen Coriolanus Snow (ja, DER Snow), der als Mentor zum ersten Mal die Spiele aktiv begleitet. Alles befindet sich noch in der Entwicklung, die Spiele sind noch nicht so ausgereift wie in der späteren Trilogie und ich fand es sehr spannend, die Entwicklung der Spiele vom seinen brachialen Anfängen zum perfiden ausgeklügelten System zu beobachten. Als moderner Klassiker der Dystopie übt die Panemreihe Kritik an vielen aktuellen gesellschaftlichen Themen wie die Überwachung der Bevölkerung, Machtmissbrauch und Unterdrückung, soziale Unterdrückung und die Schere zwischen arm und reich und ist so zu einer der bekanntesten Dystopie der Gegenwart geworden.

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